Übersicht über die Ereignisse von 1000-1763

1592
Sigismund III. heiratet Anna von Habsburg, die Tochter des österreichischen Erzherzogs Karl II.
1596
Union von Brest (am Bug). Sigismund III. und sein Kanzler Jan Zamoyski nutzen den Schwung der Gegenreformation und nationale Gegensätze innerhalb der orthodoxen Kirche aus, um deren polnisch-litauischen Zweig zum größten Teil unter Beibehaltung von Ritus und Recht unter die Oberhoheit des Papstes zu bringen. Wegen seiner Schwäche kann Moskau die Union nicht verhindern. Da aber die weiterbestehende orthodoxe Restkirche sich stärker an Moskau anlehnt, gewinnt dieses langfristig um so stärkeren Einfluß in Polen-Litauen.
1596
Sigismund III. verlegt Residenz und Hauptstadt von Kraków (Krakau) nach Warszawa (Warschau)
1599
Wegen des konfessionellen Gegensatzes, der im Gegensatz zum inzwischen wieder lutherisch gewordenen Schweden stand, wird Sigismund III. vom schwedischen Reichstag für abgesetzt erklärt. Neuer schwedischer König soll sein 1595 in Polen geborener Sohn Wladyslaw werden, unter der Voraussetzung, daß dieser in Schweden als Lutheraner erzogen würde. Sigismund ignorierte den Vorgang, und löste stattdessen sein dem polnischen Adel gegebenes Wahlversprechen ein, indem er Polen Estland übereignet, das unter der Oberhoheit seines schwedischen Onkels Herzog Karls steht. 1600 wird ihm deshalb von den schwedischen Reichsständen die Krone noch einmal, diesmal für immer aberkannt.
1610
Sigismund III. erzielt mit seinem Eingreifen in die russischen Wirren eine zeitweilige Kandidatur für den Zarenthron und die Rückgewinnung großer Gebiete im Osten.
1618
Beginn des Dreißigjährigen Krieges.
1618
Nach dem Tod des Herzogs Albrecht Friedrich von Preußen gelangt das Herzogtum Preußen auf dem Weg der Erbfolge als polnisches Lehen an den brandenburgischen Kurfürsten Johann Sigismund.
1621
Schwedisch-Polnischer Krieg.
1626
Gustav Adolf von Schweden besetzt Pillau. Kriegsschauplatz wird besonders das Weichselgebiet.
1629
Im Vertrag von Altmark wird ein sechsjähriger Waffenstillstand zwischen Polen und Schweden geschlossen. Preußisch-Polen und Livland kommen zu Schweden.
1632
Tod Sigismunds III.. Der schwedische König Gustav Adolf meldet Thronansprüche an, doch wird einstimmig Sigismunds Sohn Wladyslaw IV. Wasa zum neuen König gewählt. In seiner Regierungszeit wird das vergleichsweise friedliche und tolerante Polen zum Zufluchtsort schlesischer und böhmischer Protestanten.
1632
Der schwedische König Gustav Adolf fällt in der Schlacht bei Lützen.
1635
Im Vertrag von Stuhmsdorf gibt Schweden alle Eroberungen in Preußen wieder auf und behält den größten Teil Livlands.
1648
Beginn des Aufstands der "Zaporoger" Kosaken in der Ukraine unter Bohdan Chmielnizki (auch Hetman Bogdan Chmielnizki oder Bohdan Michajlowitsch Chmelnyzkij), der von Pogromen an polnischen Juden begleitet ist, sich aber auch gegen den polnischen Adel und den katholischen Klerus richtet.
1648
Tod Wladyslaws IV., ihm folgt Jan II. Kazimierz (Johann II. Kasimir) Wasa auf den polnischen Thron.
1652
Durch Anwendung des "Liberum veto" (lateinisch =das freie "ich verbiete"), wird erstmals eine Beschlußfassung im Reichstag blockiert. Diese fortan häufiger geübte Praxis steigert sich zum "liberum rumpo", mit dem der Reichstag durch fehlende Einstimmigkeit "zerrissen" wird. Sie führt schließlich dazu, daß im 18. Jahrhundert jeder zweite, zwischen 1741 und 1760 sogar jeder Reichstag ergebnislos verlaufen wird. Der Adel verhindert damit notwendige innere Reformen, gleichzeitig wird der geschwächte Reichstag offen für auswärtige Einflußnahme und Korruption.
1654
Vertrag von Perejaslaw (bei Kiew). Der Kosakenführer Bohdan Chmielnizki, der auf eine freie Ukraine hinwirkt, unterstellt sich dem russischen Zar Alexis. Die russische Armee besetzt Smolensk und Litauen, wo sich der Zar zum Großherzog ausrufen lässt.
1655
Daraus entsteht der Erste Nordische Krieg zwischen Polen, Schweden und Moskau unter Beteiligung Österreichs, der niederländischen Generalstaaten und Dänemarks. Polen wird zeitweise fast ganz von fremden Truppen erobert ("Sintflut") und muß ungeheure Verwüstungen und Bevölkerungsverluste hinnehmen.
1655
Der schwedische König Karl X. Gustav erklärt Polen den Krieg, während Russen und Kosaken in die Ukraine einmarschieren.
1655
Schwedische Truppen stossen aus Pommern auf Westpolen und aus Livland auf Litauen vor.
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