63 Tage lang kämpften 20.000 bewaffnete und ungezählte unbewaffnete Aufständische gegen eine Übermacht deutscher Besatzer. 200.000 Warschauer kamen während des Aufstandes um. Die bereits vor den Toren Warschaus stehende Rote Armee griff nicht ein.
Der Warschauer Aufstand hat eine lange Vorgeschichte. Mit dem Hitler-Stalin-Pakt hatten sich die Sowjetunion und das NS-Regime darauf geeinigt, Polen erneut zu teilen. Zwei Wochen nach dem deutschen Einmarsch war die Sowjetunion in Polen einmarschiert und hatte Ostpolen besetzt. Während der Verhandlungen der Alliierten über das Europa nach Hitler
beharrte Stalin auf diesem Besitzanspruch. Die polnische Widerstandsbewegung sah es daher als notwendig an, nicht nur einen militärischen Aufstand gegen Hitler vorzubereiten, sondern auch eine politische Demonstration gegenüber der Sowjetunion vorzunehmen. Seit 1939 hatten 650.000 Bürger Warschaus, 370.000 von ihnen Juden, ihr Leben verloren.
Nachdem sowjetische Verbände im Jahre 1944 bis vor die Tore Warschaus vorgerückt und bereits in das Stadtviertel Praga eingedrungen waren, begann am 1. August 1944 um 17 Uhr der Aufstand gegen die deutschen Besatzer.
In äußerst harten Häuserkämpfen brachten polnische Verbände am Anfang einige Teile der Stadt unter ihre Kontrolle. Die Deutschen gingen barbarisch gegen die Aufständischen vor. Die deutschen Verbände setzten auch Zivilisten als lebende
Schutzschilde für ihre Panzerbewegungen in der Stadt ein. Auch Sturmflugzeuge wurden gegen die Aufständischen eingesetzt. Zivilisten, auch Kinder und Greise, wurden in Massenexekutionen ohne jeden Vorwand umgebracht. Am 5. August 1944 starben während solcher Massenexekutionen allein im Stadtteil Wola 40.000 Menschen.
Dieser
Massenmord gab dem Aufstand eine neue Dimension. Der Aufstand wurde zu einem Kampf um Leben oder Tod der Warschauer Zivilbevölkerung.
Die Kämpfer des Warschauer Aufstands leisteten an verschiedenen Stellen der Stadt Widerstand. Es gelang ihnen nicht, die verschiedenen Kampfgebiete miteinander zu verbinden. Auf Grund der dichten Bebauung Warschaus kamen die deutschen Truppen aber nur langsam voran.Die britische Luftwaffe warf wiederholt Waffen und Versorgungsgüter für die Aufständischen ab. Die vor der Stadt stehende Rote Armee leistete jedoch nur geringe Unterstützung und untersagte bis kurz vor der Kapitulation Amerikanern und Briten sowjetische Flughäfen in der Ukraine zur Unterstützung der Aufständischen zu nutzen. Stalin hatte am 22. Juli 1944 als Gegengewicht zur Exilregierung in London das „Lubliner
Komitee“ eingesetzt – das Manifest des Komitees war bereits am 20. Juli 1944 von polnischen Kommunisten in Moskau ausgearbeitet worden - und wollte mit ihm eine sowjetischen Interessen gewogene kommunistische Regierung in Polen etablieren. Zwei Monate dauerte der Aufstand. Mehr als
200.000 Warschauer kamen in den Kämpfen um. Nach der Kapitulation wurden 70.000 Warschauer in Konzentrationslager deportiert und hunderttausende in das Durchgangslager Pruszkow zwangsevakuiert.
Die Stadt war danach menschenleer und wurde vor ihrem Abzug von deutschen Verbänden fast vollständig zerstört.![]()