Warschau

Für den Terror der Nationalsozialisten im besetzten Polen während des zweiten Weltkriegs steht exemplarisch das Schicksal der Stadt Warschau und ihrer Bewohner, das beispiellos in der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist.

Beispiellose Zerstörung

Wer sich einen ungefähren Eindruck von der Zerstörung der Stadt verschaffen möchte, muß zu den Fotobänden „Das Warschauer Ghetto“ und „Die Stille der Steine“ von Joe J. Heydecker greifen. Er wurde 1916 in Nürnberg geboren und begann 1931 eine Fotografenlehre in Frankfurt am Main. Die Familie verließ Deutschland 1935. Zunächst lebte er in der Schweiz. 1937 kam er mit seinem Vater zum ersten Mal nach Polen. Während eines Aufenthalts in Österreich wurde Heydecker gemustert und in die deutsche Wehrmacht eingezogen. 1941 war Heydecker in

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Das zerstörte Warschauer Ghetto

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Warschau stationiert. Er fotografierte heimlich im Warschauer Ghetto und bewahrte zwei Frauen vor der Deportation nach Deutschland. Er leistete passiven Widerstand und gab während zwei Fronteinsätzen in Frankreich und Rußland nur einen einzigen Schuß ab. Im November 1944 fotografierte er das zerstörte

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Zerstörte Häuser mit der Ghettomauer im Jahr 1940
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Ghetto Aufstand
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Das Denkmal zu Ehren des Warschauer Ghetto-Aufstands von 1943

Warschau. Nach dem Krieg arbeitete Heydecker als Journalist, die Entwicklung der Bundesrepublik veranlaßte ihn jedoch zur Emigration nach Brasilien. 1997 starb er in Wien. ZitatSchon im September 1939 kamen bei der Bombardierung der Stadt 20.000 Warschauer durch Luftangriffe ums Leben. Etwa 10 Prozent der Bausubstanz der Stadt wurde vernichtet.

Während der Dauer der deutschen Besatzung wurden, nicht mitgerechnet den Aufstand vom August 1944, etwa 32.000 nicht-jüdische Warschauer in aller Öffentlichkeit oder geheim exekutiert und 45.000 nicht-jüdische Warschauer starben in KZs. Im Warschauer Ghetto starben bis zum Sommer 1942 Tausende jüdische Warschauer an Hunger, Krankheiten und Unterernährung. Ab dem Sommer 1942 wurden 310.000 Juden aus Warschau im Vernichtungslager Treblinka ermordet, im Frühjahr 1943 erneut 60.000. Die wenigen jüdischen Überlebenden des Ghettoaufstandes deportierte man in Arbeitslager im Generalgouvernement. Nach der Niederschlagung des Video Aufstandes wurde das jüdische Viertel Warschaus dem Erdboden gleichgemacht. Es hatte etwa 15 Prozent der materiellen Substanz der Stadt ausgemacht. Die Terrorbilanz der Stadt ist damit jedoch noch nicht am Ende. Allein 16.000 Aufständische fielen beim Warschauer Aufstand, der am 1. August 1944 ausgelöst wurde und bis zum 2. Oktober dauerte. Man schätzt 150.000 bis 180.000 Zivilpersonen sind während des Aufstandes umgekommen.

Der Warschauer Aufstand 1944
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Warschauer Aufstand

Nach der Kapitulation der Aufständischen in Warschau wurden die noch lebenden Warschauer „evakuiert“, ein Teil wurde zur Zwangsarbeit deportiert, alle anderen innerhalb des Generalgouvernements „umgesiedelt“. Während des Aufstandes wurden weitere 25 Prozent der Substanz der Stadt zerstört. Nach der Kapitulation zerstörten die Besatzer die Stadt.

Zunächst wurden alle Einrichtungsgegenstände geplündert.VideoDanach legten besondere Brandkommandos Feuer. Haus um Haus und Viertel um Viertel wurden niedergebrannt. So als ob dies noch nicht genug gewesen wäre, verrichteten danach noch Sprengkommandos ihre „Arbeit“. Durch Brand und Sprengung wurde Warschau komplett zerstört.

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Joe Heydecker
Joe Heydecker
1919    Januar 1919    28.6.1919    1921    1921-39    1933    10.1.1934    5.1.1939    25.8.1939    1.9.1939    1.9.1939    3.9.1939    1939-45    1940    3.4.1940    1942    1.8.1944    2.5.1945