Rapacki-Plan

Der nach dem polnischen Außenminister Adam Rapacki benannte, 1958 vorgestellte Rapacki-Plan schlug die Abrüstung aller Atomwaffen in Mitteleuropa und die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte vor.

Warschaus Initiative zur atomaren Abrüstung

Im Oktober 1957 trat der polnische Außenminister Adam Rapacki vor die UNO-Vollversammlung, um seinen Plan zur Schaffung einer kernwaffenfreien Zone in Mittel- und Nordeuropa vorzustellen. Hier die endgültige Variante des Rapacki-Plans vom November 1958: „In erster Etappe würde die Produktion von Atomwaffen in diesem Gebiet [BRD, DDR, CSSR, Polen] und die Zurverfügungstellung dieser Waffen den Landes-Armeen der atomwaffenfreien Zone untersagt werden, den Armeen der beiden deutschen Staaten,

Rapacki-Plan
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DDR-Plakat zum Rapacki-Plan 1957

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der polnischen, der tschecheslowakischen und fremden Truppen, die gegenwärtig diese Waffen nicht besitzen. Gleichzeitig würden Gespräche geführt werden, welche eine Verständigung über die Beschränkung der konventionellen Waffen in dieser Zone zum Ziel hätten. In Zweiter Etappe würde das völlige Verbot der atomaren Waffen realisiert werden,

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Rapacki, Gomulka und Cyrankiewicz
Adam Rapacki
Adenauer im Ordensmantel 1958
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Adenauer im Ornat des Deutschen Ordens

d. h. die Kernwaffen und die entsprechende Ausrüstung der Streitkräfte der Großmächte und eventuell anderer, in der Zone stationierten und gegenwärtig Kernwaffen besitzenden Truppen, würden zurückgezogen werden. Gleichzeitig würde die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte und Rüstungen der Großmächte und anderer

Truppen wie auch der Streitkräfte und Rüstungen der in der Zone gelegenen Staaten erfolgen.“

Hauptziel des bis Ende der sechziger Jahre von Polen propagierten Rapacki-Plans war die Verhinderung einer Atombewaffnung Westdeutschlands. Zugleich sollte der Plan die Verbesserung der Beziehungen zwischen Warschau und Bonn fördern. In der Bundesrepublik und den Vereinigten Staaten wurde der Plan jedoch vehement zurückgewiesen, da man hinter ihm die Sowjetunion als Drahtzieher vermutete, die so eine Schwächung der Verteidigung Westdeutschlands und Europas bewirken wolle. In anderen westlichen Ländern wie Norwegen, Dänemark, Großbritannien und Frankreich hingegen wurde der Plan begrüßt. Tatsächlich hat die sowjetische Führung Ende der fünfziger und zu Beginn der sechziger Jahre wirklich daran gedacht, Truppen aus Ostmitteleuropa abzuziehen. Die politisch und wirtschaftlich im „eisernen Dreieck“ verbundenen Staaten Polen, CSSR und DDR sollten sich dabei gegenseitig am Ausbruch aus den östlichen Bündnis hindern.

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