Preußische Treuhand

Die Preußische Treuhand versteht sich als „strategisches Instrument“ zur Verwirklichung der Besitzansprüche von Vertriebenen.

Ein Stein des Anstoßes

Die im Dezember 2000 gegründete Preußische Treuhand verfolgt den Zweck, Vermögensansprüche von Vertriebenen aus den „Preußischen Provinzen östlich von Oder und Neiße“ rechtlich und wirtschaftlich zu vertreten. Zum einen sollen solche Ansprüche dokumentiert und erhalten bleiben, zum andern sollen sie durch juristische Schritte, politische und mediale Einflußnahme oder auch durch Rückkauf verwirklicht werden. Zur juristischen Hauptwaffe der Preußischen Treuhand könnten Musterklagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte werden. Der Grundlage ihrer Tätigkeit ist die seit 1989/90

Preußische Treuhand
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Herbert Hupka und Rudi Pawelka (re.)

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offene Rechtslage hinsichtlich individueller Restitutions- und Entschädigungsansprüche an von der Treuhand so genannte „Vertreiberstaaten“.
Die in Düsseldorf sitzende Preußische Treuhand war zunächst als GmbH gegründet worden, in der die Landsmannschaften Schlesien und Ostpreußen zusammen 50 % des Kapitals

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"Wir verbeugen uns..."
60. Jahrestag des Warschauer Aufstands
Landsmannschaft Ostpreußen
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Die Flagge der Landsmannschaft Ostpreußen

hielten. Später wurde sie in eine ‚GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien‘ erweitert, um die Anhäufung von Kapital durch den Verkauf von Aktien an stille Teilhaber zu ermöglichen. Von den anfallenden Zinsen soll der Betrieb der Treuhand finanziert werden. Nach eigenen Angaben hat sie bereits eine vierstellige Zahl von Aktionären gewonnen.

Die Preußische Treuhand versteht sich als „strategisches Instrument“ der Vertriebenen, das vom Bund der Vertriebenen (BdV) unabhängig ist. Tatsächlich hat sich die Vorsitzende des BdV, Erika Steinbach, von der Treuhand distanziert und sogar mit rechtlichen Schritten gedroht. Andererseits ist der Aufsichtsratsvorsitzende Rudi Pawelka, der zudem der Landsmannschaft Schlesien vorsitzt, Mitglied des Bundesvorstandes des BdV. Hans Günther Parplies, sein Stellvertreter bei der Treuhand, ist Vizepräsident des BdV.
Während die Aktivitäten der Preußischen Treuhand in Deutschland lange unbeachtet blieben, rief die Preußische Treuhand in Polen Stürme der Entrüstung hervor und war ein gewichtiger Grund für die skeptische Stimmung vor dem EU-Beitritt. Als Maßnahme gegen deutsche Klagen zieht man eigene Klagen ernsthaft in Erwägung. So hat der Präsident der Stadt Warschau,

Stimmung vor dem Referendum
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Auszählung in Kielce

Lech Kaczynski, den von den Deutschen in der polnischen Hauptstadt angerichteten Schaden auf über 30 Milliarden Dollar berechnet und gedroht, diese einzuklagen, falls die Preußische Treuhand oder andere die Rückgabe von bzw. Entschädigung für ehemals deutsches Eigentum einfordern würden.

Die Belastung der deutsch-polnischen Beziehungen durch die Preußische Treuhand war sicher ein wichtiger Grund für die deutsche Politik, sich von dieser unmißverständlich zu distanzieren, etwa in Gestalt von Bundespräsident Köhler und Bundeskanzler Schröder. Auch im Unionslager fehlt offensichtlich der politische Wille, diese zu unterstützen, wenn auch einige Politiker auf die nach wie vor offene Rechtslage hinweisen.

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Schlesiertreffen in München 1971
Landsmannschaften
Januar 1945    Mai 1945    17.7.1945    Herbst 1945    1952    1955    1958    18.11.1965    28.9.1969    1969    7.12.1970    1972    16.10.1978    1980    1981    12.11.1989    5.7.2002    13.12.2002    30.1.2003    31.5.2003    6.6.2003    8.6.2003    14.7.2003    13.12.2003    1.5.2004    13.6.2004    18.6.2004    1.8.2004    10.10.2004