Paul von Hindenburg, Politiker

Karriere
geboren2.10.1847 in Posen
gestorben2.8.1934 in Neudeck

Als Chef der Obersten Heeresleitung verhinderte Hindenburg einen polnischen Staat. Nach seiner Wahl zum Reichskanzler unterstützte er Gustav Stresemanns gegen Polen gerichtete friedliche Revisionspolitik.

Paul von Hindenburg stammte aus einer westpreußischen Adelsfamilie und hatte seine Kindheit in Posen verbracht, wo er die Arroganz der deutschen Oberschicht gegenüber den Polen verinnerlicht zu haben scheint. Sein ganzes Leben lang behielt der wenig weltgewandte und in Klischees denkende Militär eine tiefe Abneigung gegen die Polen. Er verdankte sowohl den Posten des Chefs der Obersten Heeresleitung (OHL), den er von 1916-18 innehatte, als auch seine Amtszeit als Reichspräsident 1925-34 dem

Paul von Hindenburg
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Paul von Beneckendorff und Hindenburg

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Mythos des "Siegers von Tannenberg". Am Rande des großen Schlachtfeldes (oder besser Schlachtgebietes), auf dem unter seiner Verantwortung im August 1914 die Russen geschlagen und aus Ostpreußen vertrieben wurden, lag der Ort, an dem 1410 die Schlacht bei Tannenberg/Grunwald geschlagen wurde. Tannenberg/Grunwald steht für den polnischen Mythos des Sieges von Wladislaw II. über den

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Familienbild mit Soldat
Tannenberg 1914
Die Weimarer Republik und Polen 1918-1933
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Abschluß des Versailler Vertrages

Deutschen Orden, und Hindenburg selbst hatte beim Kaiser diese Namensgebung angeregt, um die Schmach dieser "deutschen Niederlage im Osten" vergessen zu machen. 1927 wurde dort ihm zu Ehren das gewaltige Tannenbergdenkmal eingeweiht, das den deutschen Anspruch auf die Vorherrschaft im östlichen Europa dokumentierte.
Am 5.11.1916 proklamierte Wilhelm II. einen

polnischen Staat, doch hatte zu diesem Zeitpunkt nicht der Kaiser, sondern Hindenburg als Chef der Obersten Heeresleitung mit seinem Quartiermeister Ludendorff den größten Einfluß auf die deutsche Politik. Für die militärische Führung war die Proklamation lediglich ein Mittel zum Zweck der Rekrutierung polnischer Soldaten, die gleichwohl so gut wie keinen Erfolg hatte, da die Proklamation auch auf Betreiben der OHL hin nicht von überzeugenden Schritten hin zur Schaffung polnischer Institutionen untermauert wurde.Video
Als Reichspräsident unterstützte Hindenburg die friedliche Revisionspolitik Gustav Stresemanns. Diese hatte nicht zuletzt eine "Korrektur" der Westgrenze des verachteten "Saisonstaats" Polen zum Ziel, an das sich Hindenburg jedesmal erinnert fühlte, wenn er auf dem Weg von Berlin zu seinem Gut Neudeck in Ostpreußen den "Korridor" durchqueren mußte. Die überraschende Wende in der Polenpolitik unter Hitler und den daraus folgenden deutsch-polnischen Nichtangriffspakt trug der zunehmend an Einfluß und Vitalität einbüßende Hindenburg nicht mehr mit.

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