Posen - Poznan

Das Zentrum Großpolens

Im Jahr 968 wählt der polnische König Mieszko I. eine strategisch wichtige Insel in der Warthe aus, um sich taufen zu lassen. Er erklärt diesen Ort zum Zentrum seines Herzogtums und läßt hier den ersten Bischofssitz seines Landes errichten - das Bistum Posen. Im Schatten von Gnesen wächst die Ansiedlung auf der Dominsel heran und steigt im 13. Jahrhundert zum unangefochtenen Zentrum von Großpolen (Wielkopolska) auf. Im Jahr 1253 wird ihr das Magdeburger Stadtrecht verliehen. In dieser Zeit verlagern sich die Wirtschaftsaktivitäten der Stadt von der Dominsel auf das Westufer des Flusses, wo rund um den Marktplatz eine schachbrettartige Besiedlung entsteht. Im 14.

Posen/Poznan
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Posen, Königliches Residenzschloß

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und 15. Jahrhundert profitiert die Stadt vom Zusammenschluß Polens und Litauens sowie vom Niedergang des Deutschen Ordens, wodurch es zu einer stetigen Belebung des polnischen Handelswesens kommt. An einer der großen europäischen Handelsstraßen gelegen, wird Posen zu einem Knotenpunkte der wirtschaftlichen Aktivitäten des Landes und steigt zugleich zu einem führenden Bildungszentrum auf. Mit dem Niedergang

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Das Rathaus von Posen
Das Rathaus von Posen
Preußen und die zweite und dritte polnische Teilung 1792 und 1795
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Konstituiton vom 3. Mai

Polens im 17. und 18. Jahrhundert setzt auch der Abstieg der Stadt Posen ein. Schwedische Truppen fallen in die Stadt ein, der Handel kommt weitgehend zum Erliegen. Nach der zweiten polnischen Teilung imVideoJahr 1793 geht die Handelsstadt in den Besitz der preußischen Besatzungsmacht über. Im Jahr 1800 kommt der junge E. T. A. Hoffmann als Beamter nach Posen.

Die Stadt und das umliegende Land werden 1813/15 erneut preußisch und zum „Großherzogtum Posen“ erklärt. In der polnischen Stadt an der Warthe stoßen die preußischen Behörden auf einen starken Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Während die Regierung Preußens an die deutsche Besiedlung im Mittelalter und die Tradition des deutschen Ritterordens erinnert, steht sie einer feindseligen Bevölkerung gegenüber. Die gelegentlich ausbrechenden Aufstände und Unruhen der patriotischen Polen lässt sie blutig niedergeschlagen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges gelingt es ihr nicht, die Majorität der polnischen Bevölkerung in der Stadt zu brechen - der Anteil der deutschen Bevölkerung liegt maximal bei 35 Prozent. Als Zeichen seiner Macht läßt der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Zentrum Posens eine Residenz errichten, dasZitat1910 eingeweiht wird. Im neoromantischen Stil mit Anlehnungen an die

Wojciech Korfanty
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Wojciech Korfanty

Architektur des Mittelalters von dem Architekten Franz H. Schwechten errichtet. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Wiederherstellung der polnischen Unabhängigkeit erhält die Stadt ihre Unabhängigkeit zurück und wird mit ihrem alten Namen Poznan Teil der Republik Polen.
1939 marschieren Truppen der deutschen Wehrmacht in die Stadt ein, das ehemalige Kaiserschloß

wird von der SS in Besitz genommen. Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, bringt hier sein Archiv unter und läßt Teile der Räumlichkeiten nach Plänen von Albert Speer umgestalten. Am 4. Oktober 1943 hält er hier, im Goldenen Saal des Schlosses, eine Rede, die als "eines der erschreckendsten Zeugnisse deutscher Sprache" gilt. ZitatEr rechtfertigt darin die Massenvernichtung und den Völkermord und entwirft Pläne für ein künftiges germanisches Reich. Im Jahr 1944 wirdVideodie Stadt in einem erbitterten Kampf gegen die russischen Truppen verteidigt und dabei schwer beschädigt. Nach dem Ende des Krieges beginnt der Wiederaufbau Posens und der Aufstieg zum wichtigsten Handelszentrum der Volksrepublik Polen.

Januar 1945    Mai 1945    17.7.1945    Herbst 1945    1952    1955    1958    18.11.1965    28.9.1969    1969    7.12.1970    1972    16.10.1978    1980    1981    12.11.1989    5.7.2002    13.12.2002    30.1.2003    31.5.2003    6.6.2003    8.6.2003    14.7.2003    13.12.2003    1.5.2004    13.6.2004    18.6.2004    1.8.2004    10.10.2004