Die Marienburg steht bis heute für die Macht und Größe des Deutschen Ritterordens.
1274 wurde mit ihrem Bau am östlichen Hochufer der Nogatbegonnen. Die bautechnischen Besonderheiten der Burg und die alleinige Verwendung von Backsteinen erfordern eine lange Bauzeit und einen hohen Einsatz von Arbeitskräften, so daß der Orden erst
fünf Jahre später den Konvent und den Sitz der Komturei auf die Marienburg verlegen kann. 1309 verlegt der Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen den Sitz des Ordensmeisters von Venedig auf die Burg an der Nogat. Bis zum Thorner Frieden von 1466 ist die Marienburg Mittelpunkt der Besiedlung und
Christianisierung des Ostens.Während der ganzen Zeit wird weiter an der Burg gebaut, werden einzelne Gebäude je nach Bedarf verändert, umgewandelt oder eingerissen. Sie wird zu einer Mischung aus Kloster und Festung, in der die Kirche im Mittelpunkt steht und die Wirtschaftsgebäude in eine Vorburg verwiesen werden. Von den 150 Burgen des Deutschen
Ordensstaates ist die Marienburg die größte und bedeutsamste Feste. Nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg von 1410 gelingt es Heinrich von Plauen, die Burg erfolgreich gegen die
polnischen und litauischen Angreifer zu verteidigen. Im Jahr 1454 kann er einen erneuten Angriff abwehren, doch muß er aus Geldmangel die Burg im darauffolgenden
Jahr an seine Söldner verpfänden, die sie an den polnischen König verkaufen, der ihnen die Begleichung der Soldrückstände verspricht und am 7. Juni 1457 in die Burg einzieht. Im Thorner Frieden von 1466 werden die Burg und die umliegende Stadt dem polnischen Königreich zugesprochen. Bis zum Jahr 1772 dient die Marienburg, die ehemalige Feste des Deutschen Ordensstaates, als Zweitresidenz der polnischen Könige. In den polnisch-schwedischen Kriegen wird sie mehrmals von schwedischen Soldaten eingenommen und durch zahlreiche Brände beschädigt. Mit der ersten Teilung Polens gelangt die Marienburg 1772 in den Besitz des preußischen Staates
und wird Teil der Provinz Ostpreußen. Friedrich Wilhelm III. beginnt mit der Restaurierung der Burganlagen und gewinnt bedeutende Baumeister für diese
Arbeiten, darunter Friedrich Gilly und Karl Friedrich Schinkel. Von 1939 bis 1945 dient die Burg als militärischer Stützpunkt und Kaserne.