Gnesen - Gniezno 997-1793

Die älteste Stadt Polens und seine erste Hauptstadt.

50 Kilometer von Poznan (Posen) gelegen, befindet sich Gniezno (Gnesen), ein bedeutender Ort in der Geschichte Polens.
Die Anfänge Gnesens gehen auf Lech, den sagenhaften Gründer Polens zurück. Die Legende berichtet, daß Lech an dieser Stelle das Nest eines weißen Adlers gefunden habe. Er beschließt, hier eine Stadt zu errichten und erhebt den Adler zum Wahrzeichen seins Volkes - als das er bis zum heutigen Tage gilt.
Tatsächlich hat der polnische König Mieszko I. in Gnesen Hof gehalten und erhebt die Stadt nach der Durchsetzung

Gnesen 1000-1763
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Denkmal von Boleslaw Chrobry in Gnesen

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des Christentums zum Zentrum der neuen Religion in Polen. Er läßt eine Kathedrale errichten und baut sich ein Schloß mit einer Kapelle darin.
Unter seinem Nachfolger, Boleslaw I. Chrobry, vollziehen sich entscheidende Ereignisse in Gnesen. Boleslaw führt die Bemühungen seines Vaters um die Missionierung des polnischen Volkes fort und ruft den böhmischen Bischof

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Boleslaw Chobry
Boleslaw Chrobry
Der Akt von Gnesen 1000
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Huldigung Ottos

Adalbert, im polnischen Wojciech genannt, ins Land. Dieser begibt sich auf eine Missionsreise ins Land der Polen und Pruzzen, die ihn 997 ermorden. Der polnische König löst den Leichnam des Heiligen aus und läßt ihn Videoin Gnesen beisetzen. Fortan gilt Gnesen als Zentrum der polnischen Christenheit.
Im Jahr 1000 pilgert der junge Kaiser Otto III.

nach Gnesen, um das Grab seines Freundes Adalbert zu besuchen. Er bringt Reliquien mit, die später Teil der polnischen Krönungsinsignien werden, und kann im Namen des Papstes verkünden, daß Gnesen fortan zum Erzbistum erhoben wird. Mit diesem bedeutenen Treffen zwischen dem polnischen und dem deutschen Herrscher wird das polnische Königreich in seiner Souveränität bestätigt und in das „Imperium Romanum Christianum“Videoaufgenommen. Beim Tod des polnischen Königs ist das Erzbistum Gensen eine eigenständige Region mit expansivem Charakter. Auch wenn es im Verlauf des 11. Jahrhunderts seinen Status als Hauptstadt an Krakow (Krakau) abgeben muß, bleibt es doch für lange Zeit eine bedeutenden Kulturmetropole und als Sitz des Erzbischofs Symbol der polnischen Einheit.
In den folgenden Jahrhunderten nach der Erherbung zum Erzbistum wird Gnesen/Gniezno zweimal zerstört: 1038 fallen böhmische Truppen in die Stadt ein und entführen

Gnesen Gniezno 1763-1918
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Strasse in Gnesen

für kurze Zeit die Gebeine des heiligen Adalbert nach Prag. Im Jahr 1331 ist es der Deutsche Orden, der die Stadt zerstört. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wird Gnesen, das bereits seit 1238 über das Stadtrecht verfügt, zu einem wichtigen Handelszentrum, in dem Händler aus Italien, Deutschland, England und Frankreich zu Gast sind.

Von den kriegerischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges bleibt auch Gnesen nicht verschont. Schweden fallen in die Stadt ein, plündern die Kathedrale und zerstören Teile der Stadt. Nach dem Wiederaufbau steigt Gnesen im 18. Jahrhundert zur bedeutenden Kunstmetropole neben Krakau auf, insbesondere in der Musik.

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Adalbert von Prag
Adalbert von Prag
19.2.1772    24.7.1792    1795    1800    19.10.1813    1815    1820    1830    2.8.1847    1848    8.2.1863    1864    1880    3.11.1894    1901    1904    26.8.1914