15.7.1410
Schlacht bei Grunwald

Schlacht bei Grunwald (Tannenberg) des polnisch-litauischen Heeres unter Führung von Wladyslaw II. Jagiello und Wytautas gegen den Deutschen Orden, der durch die polnisch-litauische Verbindung seine Stellung im baltischen Raum bedroht sieht und seit 1382 die Landbrücke Samogitien besetzt hält. Sie endet mit einer Niederlage für den Deutschen Orden.

Das Gemälde ist ein Nationalheiligtum. Es entsteht im Jahr 1878. Sein Titel „Die Schlacht bei Grunwald“, sein Schöpfer Jan Matejko. Im Zentrum rechts der litauische Fürst Witold, links der Hochmeister des Deutschen Ordens Ulrich von Jungingen, der gerade von einem polnischen Spieß durchbohrt wird. Der Spieß ist nicht irgendein Spieß, es ist die Goldene Lanze, die einst Kaiser Otto III. dem polnischen Fürsten Boleslaw Chrobry geschenkt hat. Der polnische König WladysLaw Jagiello im Hintergrund, rechts auf einem Hügel,

Grunwald 1410
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Die Schlacht bei Grunwald 1410

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lenkt die siegreiche Schlacht. Am Morgen des 15. Juli 1410 stehen sie sich gegenüber. Auf der einen Seite Hochmeister Ulrich von Jungingen mit 4000 Rittern, darunter auch Polen, angeführt von den Ordensrittern in den weißen Mänteln mit dem schwarzen Kreuz. Außerdem 4000 Schützen und 3000 Knappen. Auf der anderen Seite die Streitkräfte der polnisch-litauischen Union, der polnische König Jagiello mit einem polnischen Heer von 11.000 Mann, hier kämpfen auch einige Deutsche. An der Seite des Königs der litauische Fürst Witold mit 6000 Litauern und etwa 1000 tartarischen Reitern. „Krakow“ und „Wilna“ lauten die Schlachtrufe der Polen und Litauer, sie singen polnische Kirchenlieder, auch das Lied vom Heiligen Adalbert, jenem ersten Heiligen aus den Anfängen des polnischen Staates. Schwere Reiterei, Lanzen, Schwerter, Keulen, Morgensterne, Artillerie, Armbrüste. Im strömenden Regen brechen Polen und Litauer durch, Tartaren reiten Attacken.

Ulrich von Jungingen
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Ulrich von Jungingen

Die Schlacht endet mit einer vernichtenden Niederlage für den Orden. Der Hochmeister und viele der führenden Ordensritter sind tot, Tausende Gefallene beider Seiten bedecken das Schlachtfeld, das in Polen Grunwald heisst. Am Katharinentag, dem 25. November 1411 werden 51 erbeutete Feldzeichen in der Sankt Stanislauskapelle der Kathedrale auf der

Königsburg Wawel als Siegestrophäen aufgehängt. Ein Mythos ist geboren, der bis in unsere Zeit polnisches Nationalgefühl und polnisches Ressentiment nährt. Zitat Der Mythos erfährt vielerlei Ausdeutung. Neben Matejkos Bild entstehen zwei populäre Romane, beide mit dem gleichen Titel „Krzyzacy“, „Die Kreuzritter“. VideoDer eine von Jozef Ignacy Kraszewski und ein anderer von Henryk Sienkiewicz. Nach dessen Buch dreht Aleksaner Ford 1960 einen äußerst populärer Film, den über 30 Millionen Polen sehen. Die „tradycja grunwaldzka“, wird zu einer einflussreichen politischen Denkschule, die bis zum Ende des 20.Jahrhunderts das Bild vom bösen Deutschen (und später das Bild vom bösen Westen) prägt und auch immer wieder Nahrung bekommt. Video 1901 lassen preußische Behörden in einen großen Findling, der im Volk als „Jagiello-Stein“ gilt, den Text meißeln: „Im Kampf für deutsches Wesen, deutsches Recht starb hier der Hochmeister

Tannenberg Grunwald
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Schlacht bei Grunwald 1410

Ulrich von Jungingen am 15. Juli 1410 den Heldentodt“. Heute liegt der Stein mit der Schrift nach unten und gilt wieder als „Königsstein“. Ein Jahr später, 1902, beschwört Kaiser Wilhelm II. beim Ordensfest der Johanniter auf der Marienburg die kriegerischen Ahnen herauf. Er fordert die Versammelten auf, „mit dem Ordensschwert in der nervigen Faust auf die

Polen einzuhauen, deren Frechheit zu züchtigen, sie zu vertilgen.“ Die vier Millionen polnischen Untertanen sind empört. Großangelegte Grunwaldfeiern sind die Folge. 1910 wird in Krakau/Krakow ein imposantes Grunwalddenkmal errichtet. Video An den Feiern nehmen über 300.000 Polen teil. Fragmente des 1939 von den Nazis abgerissenen Denkmals stehen heute auf dem Hügel bei Grunwald neben elf 30 Meter hohen Stahllanzen. Die Gestapo Video fahndet auch nach dem Matejko-Gemälde. Es gilt als „Staatsfeind Nr.1.“ Aber den Polen gelingt es, das Nationalheiligtum über den Krieg weg zu retten. Inzwischen wird seit einigen Jahren im Sommer in Ritterspielen die berühmte Schlacht nachgestellt, polnische Laienritter besiegen deutsche Mittelalterfans, wie in alten Zeiten.

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