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Die Christianisierung Polens

Gesicherte Nachrichten über die Entstehung des polnischen Staates gibt es erst mit diesem Datum. Es ist das Jahr, in dem Mieszko I. aus dem Geschlecht der Piasten sich taufen läßt. Mieszko ist Kaiser Otto I. tributpflichtig für sein Land zwischen Oder und Warthe. Indem er dieser Pflicht nachkommt, erkennt er faktisch die Oberhoheit des Kaiserreichs an.

Mitte des 10.Jahrhunderts bewohnt das Gebiet der heutigen Provinz Posen der Stamm der Polanen. Die Polanen sind wie alle Stämme um sie herum Heiden. Sie beten Götzenbilder an, bringen Opfer, zelebrieren heidnische Rituale. Diese Epoche der Geschichte Polens lässt sich auf zwei Bildern, die die Ereignisse aus den frühesten Anfängen des polnischen Staates schildern, nur ahnen. Das eine mit dem Titel "Oplakane Apostolstwo" – "Wehklage der Apostel" hängt in Krakau und zeigt einen

Christianisierung 965
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Wehklage der Apostel

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Bischof und seine Helfer mit dem Schwert an der Seite. Tod und Zerstörung treten in den Hintergrund, werden aber nicht verschwiegen. Das zweite Bild ist ein Fresko von Brzowoski in der Goldenen Kapelle des Doms zu Posen. Der triumphierende Fürst Mieszko mit dem Banner der Heiligen Madonna, weit hinten die Zerstörung der heidnischen Götzenbilder der Polanen. Ein drittes Bild, es stammt von Matejko, zeigt die Taufe, keine

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Herzog Mieszko I
Polen 950 1030 - Vom Herzogtum zum Königreich
Gnesen 1000-1763
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Denkmal von Boleslaw Chrobry in Gnesen

Toten, keine Brände, im Hintergrund den Fürstensitz auf der Insel im Lednicka-See, auf dem später Otto III. den polnischen Fürsten Boleslaw Chrobry trifft. Glorifizierung der Missionierung aus der späteren Sicht des polnischen Christentums. Das Fürstentum Polen geht aus dem Stamm der Polanen (Feldbewohner) hervor. Es grenzt im Norden an die Ostsee,

im Nordosten an die Gebiete der heidnischen Stämme der Pruzzen, im Osten an die Kiewer Rus (im 10. Jahrhundert auch noch heidnisch), im Süden an das christliche Fürstentum Böhmen und im Westen an die Markgrafschaft Meißen, an die Mark Brandenburg und an zum Teil noch von heidnischen Slawen bewohnte Gebiete. In der 2.Hälfte des 10. Jahrhunderts tritt in Polen Fürst Mieszko aus dem Geschlecht der Piasten hervor. Er heiratet zunächst die böhmische Fürstentochter Dobrawa und nach deren Tod die Tochter des sächsischen Markgrafen Dietrich, Oda. Voraussetzung für die Heirat mit Dobrawa ist, dass Mieszkos sich zum Christentums bekennt. Das geschieht im Jahr 965. Zitat Damit ist der polnische Fürst in den Kreis der legitimen Fürsten des Reiches aufgenommen und gilt bald als "amicus imperatoris", Freund des Reiches. Zugleich beginnt in seinem Herrschaftsbereich eine keineswegs unblutige Christianisierung. Mieszko, ständig darum

Boleslaw Chrobry
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Boleslaw Chobry

bemüht, seinen Machtbereich zu erweitern, bekämpft slawische Stämme im Norden und Osten und gewinnt das Wohlwollen des römischen Kaiser in gemeinsamen Feldzügen gegen die Heiden. Besonders hartnäckig attackieren die heidnischen Pruzzen an der Küste des baltischen Meeres, jenseits des Einflussbereichs des Reiches, das polnische Fürstentum. Herzog Boleslaw Chrobry

(der "Tapfere"), Sohn und Nachfolger Mieszkos, sieht als einzige Möglichkeit zur Konfliktbewältigung die Christianisierung der heidnischen Nachbarn. Er beauftragt den böhmischen Bischof Adalbert, polnisch Wojciech, die Pruzzen zu missionieren.

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Adalbert von Prag
Adalbert von Prag
965    23.4.997    1000    1200    1226    9.4.1241    1308    1364    15.7.1410    1486    9.4.1525    24.5.1543    12.9.1683    1683    1697    1720    1724    25.11.1734