2.5.1945
Polnische Soldaten in Berlin

Als Verbündete der Sowjetunion sind polnische Soldaten an der Eroberung Berlins beteiligt.

Bereits im Januar 1945 hatten die Rote Armee und ihre Verbündeten die Oder erreicht und sogleich auf dem Westufer des Flusses Fuß gefaßt. Im Frühjahr wurden dann an der Oderlinie knapp 2 Millionen Soldaten zusammengezogen, unter ihnen auch 200.000 Soldaten der Polnischen Volksarmee, die 1943 unter sowjetischer Ägide gebildet worden war. Die I. Polnische Armee, die der I. Belorussischen Front Marschall Schukows unterstand, sollte bei Wriezen über die Oder setzen und die Elbe erreichen, die II. Polnische Armee sollte als Teil der I. Ukrainischen Front Marschall Koniews die Neiße überqueren und auf

Berlin 1945
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Polnische Soldaten in Berlin

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Dresden marschieren. Somit waren die polnischen Truppen Teil des Wettrennens zwischen den beiden wichtigsten sowjetischen Kommandeuren, als das Stalin den Angriff auf Berlin geplant hatte. Die polnischen Soldaten kämpften nicht nur gegen die Aggressoren von 1939, sondern auch um die „wiedergewonnen Gebiete“ im Westen, und einige von ihnen trugen Orden mit der

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"Polnisches Postamt - Danzig Nr. 1"
Kampf um die polnische Post
Anders-Armee
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Anders-Armee

Aufschrift „Für Oder, Neiße und Ostsee“. Mehrere Monate vor der Konferenz von Potsdam, die die Polen und Deutschland betreffenden territorialen Fragen endgültig klären sollte, schlugen sie trotz feindlichen Beschusses am Oderufer Grenzpfähle ein.
In den Wochen vor der Großoffensive verhaftete der sowjetische Geheimdienst NKWD Tausende polnische Soldaten. Zu groß

war das Mißtrauen der Sowjets gegen die neuen Verbündeten, deren Land man 1939 selber besetzt hatte. Dazu kam die Befürchtung, daß die Angehörigen der Volksarmee sich mit denen der Anders-Armee vereinigen würden, falls diese mit den Westalliierten vor Berlin auftauchen sollte.
Am 16. April um vier Uhr morgens begann der letzte Akt des Zweiten Weltkrieges in Europa. Der Durchbruch durch die deutschen Linien an der Oder war schwieriger als erwartet, doch rückten die Rotarmisten schließlich wie geplant auf Berlin vor. Neben einigen kleineren polnischen Einheiten, die mit den Sowjets in Berlin einrückten, ist besonders die 1. Infanteriedivision „Tadeusz Kosciuszko“ zu nennen, die am 30. April von Norden her in die Stadt beordert wurde. Gegen den deutschen Widerstand, der, obwohl vollkommen sinnlos, weiterging und noch einmal vielen zehntausend Menschen das Leben kostete, drangen die polnischen Soldaten gemeinsam mit russischen Einheiten durch Charlottenburg nach Osten vor und erreichten schließlich am 2. Mai über die Ost-West-Achse das Brandenburger Tor.ZitatZum Zeichen des endlich errungenen

Grunwald 1410
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Die Schlacht bei Grunwald 1410

Sieges nach über fünfeinhalb Jahren Krieg, in denen Deutsche unermeßliches Leid über ihr Land gebracht hatten, Zitathißten polnische Soldaten ihre Fahne auf dem Brandenburger Tor und auf der Siegessäule. Sie bekamen später Orden mit der Aufschrift „Grunwald 1410 – Berlin 1945“ umgehängt, die den Mythos des nach Osten drängenden Deutschen Ordens und seine Niederlage bei Tannenberg beschwor.
Drei Tage später erreichten polnische Einheiten die Elbe bei Arneburg und trafen dort auf amerikanische Soldaten, die Seite an Seite mit der polnischen Anders-Armee bis dorthin

vorgedrungen waren. Neben den gefallenen Soldaten waren auch getötete polnische Zwangsarbeiter zu beklagen, die gezwungen wurden, das sinnlos verteidigte Berlin zu befestigen. Ein Ehrenmal im Volkspark Friedrichshain erinnert auf Berliner Boden an die polnischen Toten des Zweiten Weltkriegs.

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Vertriebene
Die Vertreibung der Deutschen 1945
1919    Januar 1919    28.6.1919    1921    1921-39    1933    10.1.1934    5.1.1939    25.8.1939    1.9.1939    1.9.1939    3.9.1939    1939-45    1940    3.4.1940    1942    1.8.1944    2.5.1945