Übersicht über die Ereignisse von 1945-2004

Hass auf Deutsche

1945
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Hass Auf Deutsche 1945
Mit dem Vormarsch der Roten Armee schlägt der deutschen Bevölkerung jenseits von Oder und Neiße eine Welle des Hasses entgegen.

Lager für Deutsche

1945
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Lager für Deutsche 1945
Aufgrund ihrer deutschen Volkszugehörigkeit geraten zehntausende Menschen in polnische Lagerhaft.
6.7.1945
Die polnische "Provisorische Regierung der nationalen Einheit" bildet ein "erweitertes Kabinett der nationalen Einheit" aus allen Parteien, dem Eduard Osóbka-Morawski (* 1909) als Ministerpräsident, Wladyslaw Gomulka (* 1905), und mit Stanislaw Mikolajczyk auch ein Mitglied der Exilregierung angehört. Die neue polnische Regierung wird durch die Westmächte am 6. Juli anerkannt.

Die Potsdamer Konferenz

17.7.1945
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Die Potsdamer Konferenz 1945
Die Sowjetunion, die USA und Großbritannien entscheiden über Strukturen und Grenzen des Nachkriegsdeutschlands.
17.7.1945
Um über die Neuordnung Europas und das künftige Schicksal Deutschlands zu beraten, treffen sich vom 17. Juli bis 2. August Josef Stalin (UdSSR), Harry S. Truman (USA) und Winston S. Churchill (Großbritannien), der Ende Juli von Clement R. Attlee abgelöst wird, im Potsdamer Schloß Cecilienhof. Ergebnis: Die UdSSR behält die 1939 besetzten polnischen Gebiete. Die Ostgrenze Polens entspricht damit ungefähr der "Curzon"-Linie, welche die Westmächte nach dem Ersten Weltkrieg als "gerecht" empfohlen hatten. Als Westgrenze Polens wird die Oder-Neiße-Linie von den Westmächten de facto zwar anerkannt, jedoch soll die endgültige Festlegung der deutsch-polnischen Grenze erst in einem späteren Friedensvertrag erfolgen. Die Westmächte erhoffen sich für das Entgegenkommen in Grenzfragen das sowjetische Zugeständnis freier Wahlen und demokratisch (westlicher) Verhältnisse in Polen. Diese Erwartung wird enttäuscht, vielmehr markiert die Potsdamer Konferenz den Beginn des Kalten Krieges.

Die Vertreibung der Deutschen

1945
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Vertreibung der Deutschen
Auf der Potsdamer Konferenz wird die "Überführung" der im Osten wohnenden Deutschen beschlossen. Bei den Vertreibungen werden bis 1947 etwa 3 Millionen Deutsche aus den Oder-Neiße-Gebieten, insgesamt etwa 6,9 Millionen "transferiert".
8.8.1945
Am 8. August schließen die Vier Mächte in London ein Abkommen über die Strafverfolgung der Hauptkriegsverbrecher und Einsetzung eines Internationalen Militärgerichtshofes (IMG).
11.8.1945
Die überwiegend kommunistisch geführte "Provisorische Regierung der nationalen Einheit" Polens beginnt, den aus Moskau kommenden Direktiven Stalins folgend, mit der Verfolgung derjenigen Soldaten und Offiziere der Heimatarmee, die der bürgerlich-demokratischen Londoner Exilregierung nahegestanden hatten. Am 11. August wird der AK-Offizier Kazimierz Moczarski ("Gespräche mit dem Henker") von der polnischen Geheimpolizei auf Weisung des NKWD verhaftet und bis Oktober 1956 inhaftiert.
16.8.1945
Am 16. August schließen Polen und die Sowjetunion einen Vertrag, der die gemeinsame Grenze wie auf der Potsdamer Konferenz entschieden, weitgehend entlang der Curzon-Linie festgelegt.
2.9.1945
Nach dem Abwurf US-amerikanischer Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August) wird die Kapitulation Japans am 2. September unterzeichnet. Damit endet der Zweite Weltkrieg. Er hat weltweit etwa 60 Millionen Menschen das Leben gekostet, davon starben über sechs Millionen in den Vernichtungslagern der deutschen Besatzungsmacht. Die Sowjetunion verlor mit fast 21 Millionen die meisten Menschen, davon sieben Millionen Zivilisten. Gemessen an der geringen Bevölkerungszahl hatte Polen mit sechs Millionen Toten die höchsten Verluste. Das Deutsche Reich verlor ca. 3,8 Millionen Soldaten und 1,65 Millionen Zivilisten.
18.10.1945
Das Internationale Militärgericht beginnt am 18. Oktober in Berlin mit dem Prozeß gegen 24 deutsche Hauptkriegsverbrecher, der am 20. November nach Nürnberg verlegt wird.
1946
Anfang 1946 wird ein polnisches "Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete" unter Leitung von Wladislaw Gomulka gegründet, dem die Aussiedlung von Volksdeutschen und die Ansiedlung von Polen (meist aus den nun zur UdSSR gehörenden Gebieten) untersteht.
3.1.1946
Das Gesetz über die Verstaatlichung der Grundzweige der nationalen Wirtschaft vom 3. Januar bildet die Grundlage für eine sozialistische Umgestaltung der polnischen Gesellschaft.
6.3.1946
Am 6. März spricht Winston Chruchill in einer Rundfunkrede zum ersten Mal von dem "Eisernen Vorhang", der über Europa liege. Er wirft Stalin vor, anstelle des befreiten Europas, für das die Westmächte gekämpft haben, eine Reihe unfreier kommunistischer Satellitenstaaten zu schaffen. Er verurteilt die millionenfache Vertreibung der Deutschen aus Polen.
13.6.1946
Das Dekret vom 13. Juni über die "während des staatlichen Aufbaus besonders gefährlichen Delikte" bietet in Polen die Handhabe zur Ausschaltung politischer Opposition
6.9.1946
Der amerikanische Außenminister erklärt am 6. September in Suttgart, aus dem Potsdamer Abkommen sei nicht zu folgern, daß die Westmächte eine endgültige Abtretung der gesamten unter polnischer Verwaltung stehenden deutschen Gebiete unterstützen werden.
16.1.1947
Bei den ersten Sejm-Wahlen zur Bildung eines verfassungsgebenden Parlaments am 16. Januar steht die Bauernpartei (PSL) unter Führung von Stanislaw Mikolajczyk dem „Demokratischen Block“ (PPR, PPS, SL/Volkspartei, SD/Demokratische Partei) als einzige Oppositionspartei gegenüber und erhält nach dem massiv gefälschten Wahlergebnis nur 10,3 Prozent der Stimmen und mit 27 von 444 Sejmsitzen weit weniger als zehn Prozent der Mandate.
1947
Der Sejm wählt den PPR-Politiker Boleslaw Bierut (1892–1956) zum Präsidenten und den PPS-Politiker Józef Cyrankiewicz (1911–1989) zum Ministerpräsidenten. Die sog. "Kleine Verfassung" leitet den Übergang zur "Volksdemokratie" nach sowjetischem Muster ein.
28.1.1947
Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher erklärt am 28. Januar in Berlin,